Paris 2017

Von Benedikt Flierl ….. Am 30. September starteten 35 Jugendliche in Richtung französische Hauptstadt, um bis zum Tag der Deutschen Einheit auf Konzertreise zu sein. Auf Einladung des saarländischen Ministers für Finanzen und Europaangelegenheiten, Stephan Toscani, standen Konzerte in Paris an. In Wochenendprobephasen wurde ein Programm erarbeitet und das Saarländische Jugendzupforchester (SJZO) neuformiert. Denn im letzten Jahr gab es einen Generationenwechsel, bei dem die älteren Spieler über 20 Jahren ins Saarländische Zupforchester (SZO) weitergeleitet wurden. Im Zuge dessen kamen über 15 Jugendliche aus den Grundlehrgängen des BZVS ins SJZO und unser Leiter Prof. Stefan Jenzer durfte mal wieder einen neuen Klangkörper formen. Im modernen Paris La Défense angekommen, hatten wir gerade genug Zeit, unsere Zimmer in Empfang zu nehmen und uns für das erste Konzert vorzubereiten. Sofort ging es weiter zur Universität von Paris ins Maison Heinrich-Heine. Kurze Einspielprobe und der Saal füllte sich mit vielen Gästen. Mit „Music for Play“ von Claudio Mandonico eröffneten wir unser Konzert. Gerade der rhythmisch sehr interessante 3. Satz „Ritmico“ begeisterte das Publikum. „Die Zaubermandoline“, ein Werk über den Bergbau von Dominik Hackner und Aris Blettenberg, nahm die Zuschauer in den Bann. Auf musikalische Weise wurde dem Publikum so ein Teil der saarländischen Geschichte nähergebracht. Solistisch bereicherten Jolina Beuren (Gitarre) und Charlotte Kaiser (Mandoline) unser Programm und interpretierten Werke von Johann Kasper Mertz und Yasuo Kuwahara gekonnt und mitreißend. Besondere Höhepunkte waren „Oblivion“ von Astor Piazzolla und „Concerto da Tolosa“ von Vincent Beer-Demander mit Daniel Roth am Akkordeon. Einfühlend und mit technischer Präzision harmonierten wir jungen Zupfmusiker mit unserem Solisten. Mit der Tarantella von Salvatore della Vecchia und Ceilidh von Elke Tober-Vogt beendeten wir das Konzert. Das Publikum forderte eine Zugabe, die wir mit „Danza Cubana“ von Hackner gerne gaben. Trotzdem kamen wir nicht ohne eine zweite Zugabe von der Bühne. Daniel durfte noch einmal zusammen mit uns das gefühlvolle Oblivion präsentieren. Im Anschluss an unser Konzert kamen wir mit vielen der Gäste ins Gespräch, die sich für unsere Musik interessierten, hatten die meisten von Ihnen bisher doch nur wenig Berührungspunkte mit der Zupfmusik gehabt. Das facettenreiche Programm überzeugte wohl so sehr, dass wir nach weiteren Konzerten in Paris gefragt wurden. Daher sahen wir in der heiligen Messe am nächsten Morgen in der deutschen Gemeinde St. Albertus Magnus einige der Konzertbesucher wieder. Die Gestaltung der Messe und das kleine Konzert im Anschluss waren uns eine Freude. Die Pfarrei lud uns danach noch zu einem kleinen Imbiss ein, bei dem viele Kontakte geknüpft wurden und unser Orchestermanager Thomas Kronenberger gleich die nächsten Konzertmöglichkeiten in der Deutschen Botschaft Paris vereinbarte. Auch eine Mitarbeiterin der OECD schwärmte regelrecht für unsere Musik. Nach den Konzerttagen stand die Kultur im Mittelpunkt. Paris wurde per Fuß, Bus und bei Nacht auch auf dem Schiff erkundet. Eine traumhafte Stadt, die mit ihren historischen Gebäuden, verbunden mit der Moderne, zu beeindrucken wusste. Unser Busfahrer Peter, der zeitweise in Paris lebte, verstand es sehr gut, uns die geschichtlichen Zusammenhänge Frankreichs näher zu bringen und wir konnten gar nicht genug von seinen lebendigen Beschreibungen hören. Vier Tage sind für eine Weltstadt wie Paris natürlich viel zu wenig und die meisten von uns werden sicher noch einmal nach Paris fahren. Schließlich sind es ja nur knappe zwei Stunden Fahrzeit mit dem ICE von Saarbrücken nach Paris. Zum Abschluss empfing uns die Referentin des Ministers, Anne Funk, in der Landesvertretung des Saarlandes (Bureau de la Sarre) und wir diskutierten die Frankreichstrategie der Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer, die auch die Schirmherrin unserer Landesjugendorchester ist. Innerhalb einer Generation soll das Saarland zweisprachig werden, so dass neben Deutsch als Amtssprache auch Französisch gesprochen wird. Da haben wir aber noch einiges vor, wir kamen zwar zurecht, aber doch eher mit Händen und Füßen. So hoffen wir bei der nächsten Konzertreise nach Frankreich ein besseres Französisch sprechen zu können. Vielen Dank, dass wir als Botschafter des Saarlandes nach Paris eingeladen wurden. Es war eine tolle Konzertreise auf der wir viel erlebt haben. Und nun freuen wir uns auf das BDZ eurofestival zupfmusik 2018 in Bruchsal.

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