Solisten brillierten an ihren Saiten Saarländisches Jugendgitarrenorchester und Jugendzupforchester traten in Kirkel auf

 

Besonders die Solisten stachen beim Konzertabend im Kirkeler Bildungszentrum der Arbeitskammer heraus. Sie boten den vielen Zuschauern mit ihren Instrumenten eine Reise durch die musikalischen Epochen vom Barock bis hinein ins 20. Jahr- hundert.

Kirkel. Konzentriert greift Marcel Wollny in die Saiten seiner Konzertgitarre, Variationen über „Malborough s’en va-t-en guerre“ – das ist sein Moment. Vor einem bis auf den letzten Platz und darüber hinaus gefüllten Saal im Bildungszentrum

der Arbeitskammer ist er der erste Solist des Abends. Dieser Abend steht ganz im Zeichen des Jahresabschlusses des saar- ländischen Jugendgitarrenorchesters und des saarländischen Jugendzupforchesters. Der Auftakt: fünf Sätze der Roscom- mon-Suite, schon das ein beeindruckender Beginn. Und so sollte es weitergehen. Werke von Fernando Sor, Luc Levesque, Johann Friedrich Fasch oder auch Harry Jäger und Joseph Lamb spannten den Bogen über die musikalischen Epochen vom Barock bis ins 20. Jahrhundert. Und sie gaben den beiden Formationen die Möglichkeit, ihr Können zu beweisen. Dabei waren es immer wieder Soli, die dem Abend Kontur gaben. Und das nicht ohne Grund. „Bei den Solisten handelt es sich um Jung-Studenten der Musikhochschule in Saarbrücken, die schon während ihrer Schulzeit dort studieren“, erläuterte Stefan Jenzer, Leiter der beiden Jugendorchester und Dozent an der Musikhochschule. Jenzer verdeutlichte vor dem Konzert auch die musikalische Auswahl des Programms, „das soll natürlich vor allem abwechslungsreich und sowohl für die Musiker als auch für die Zuhörer interessant sein. Deshalb bietet sich ein Querschnitt durch die Epochen an.“ Gefragt, wie es um die beiden Formationen stehen würde, sagte Jenzer „sehr gut“. So gebe es im Bereich des Jugendgitarrenorchesters keinen Mangel an Nachwuchs, „die Gitarre ist ja mittlerweile nach dem Klavier das zweitbeliebteste Instrument bei den Jugendlichen. Das bedeutet, dass wir ein großes Repertoire an Nachwuchskünstlern in diesem Bereich haben. Und das merkt man natürlich im Orchester. Die Anzahl der Spieler und auch deren Qualität steigt.“ Durchaus vergleichbar sei auch die Situation beim Jugendzupforchester.

Dass er als Leiter der beiden Orchester auch entscheidend Verantwortung trägt für die Weiterentwicklung der Auswahlmusiker, dessen zeigte sich Jenzer bewusst: „Ich versuche Vorbild zu sein bei Disziplin und Einsatz. Und natürlich versuche ich, den Jugendlichen auch etwas zu bieten, so mit Konzertreisen. Das muss auch sein, denn die Jungen und Mädchen investieren viel Herzblut.“

Dieses Engagement lässt sich hören – und das über das Jahr hinweg überaus häufig, darauf wies Thomas Kronenberger, Präsident des Bundes für Zupf und Volksmusik Saar (BVZS), in seiner Begrüßung nicht ohne Stolz hin. „Wir haben weit über einhundert Konzerte pro Orchester in unserem Verband. So kommen wir auf sage und schreibe 1000 Auftritte im Jahr.“ Kronenberger thematisierte auch den kürzlich vollzogenen Generationenwechsel in den beiden Jugendorchestern und betonte in diesem Zusammenhang die Herausforderung gerade für Stefan Jenzer, als musikalischer Leiter rund alle fünf Jahre „neu“ anzufangen. Und dass Jenzer dieser fast schon traditionelle Neuanfang auch diesmal wieder gelungen ist, davon kündete das Konzert vom Samstag ohne Zweifel.

Von SZ-Mitarbeiter Thorsten Wolf, Saarbrücker Zeitung vom 23.11.2011

 

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